WordPress-Backup – So sicherst du deine Website richtig
Die meisten lernen den Wert eines Backups erst kennen, wenn es zu spät ist. Ein Plugin-Update zerschießt das Layout, ein Sicherheitsvorfall legt die ganze Seite lahm oder du löschst versehentlich eine wichtige Datei.
Mit einem aktuellen Backup bist du schnell wieder online, ohne stehst du vor einem kompletten Neuaufbau. Deshalb erfährst du hier, was wirklich wichtig ist und wie du es umsetzt.
Was gehört in ein Backup?
Ein WordPress-Backup besteht aus zwei Bausteinen: die Dateien und die Datenbank.
- Dateien: alles unter
wp-content/– Themes, Plugins, Uploads, außerdem mindestens die wp-config.php aus dem root-Verzeichnis - Datenbank: deine Beiträge, Kommentare, Benutzer und Einstellungen
Nur wer beides sichert, hat im Ernstfall eine vollständige Kopie. Der Uploads-Ordner ist meist der größte Brocken – Bilder, PDFs, Mediendateien.
Methode 1: Manuell per FTP und phpMyAdmin
Du willst die Kontrolle, kein Plugin, keine Automatik? Dann machst du es selbst.
- Dateien runterladen: Per FTP oder SFTP auf den Server, den WordPress-Ordner auf den Rechner ziehen.
- Datenbank exportieren: In phpMyAdmin die WordPress-Datenbank auswählen, als SQL-Datei exportieren.
Vorteil: volle Kontrolle. Nachteil: du brauchst Zeit und Disziplin.
Methode 2: Halbautomatisch mit wp-cli
Wenn du nicht davor zurückschreckst, im Terminal zu arbeiten, kannst du mit wp-cli ein Backup anstoßen:
Erst die Datenbank sichern, dann alle Dateien im Hauptverzeichnis als Archiv packen und herunterladen und/oder an einen Backupserver senden.
Das lässt sich sogar als Skript ausführen und mit Cron automatisieren – so kannst du ein Skript bauen, das regelmäßig Backups anlegt und danach ein Update anstößt.
Methode 3: Automatisch per Plugin
Die bequemste Variante für die meisten: ein Plugin übernimmt alles.
| Plugin | Preis | Automatik | Cloud-Ziele | Wiederherstellung |
|---|---|---|---|---|
| WPvivid Backup (Empfehlung) | Gratis / Pro ab $39/J. | Ja | Google Drive, Dropbox, S3, FTP, OneDrive | 1 Klick |
| UpdraftPlus | Gratis / Pro 70 €/J. | Ja | Google Drive, Dropbox, S3, FTP | 1 Klick |
| BackWPup | Gratis / Pro 39 €/J. | Ja | Dropbox, S3, FTP, E-Mail | Manuell |
| All-in-One WP Migration | Gratis / Pro 69 €/J. | in Pro-Version | Dropbox, Google Drive, S3 | 1 Klick |
| BlogVault | Ab 89 €/Jahr | Ja | Eigene Cloud | 1 Klick + Staging |
Empfehlenswert ist WPvivid Backup, weil die Gratis-Version bereits automatische Cloud-Sicherungen und eine saubere 1-Klick-Wiederherstellung vereint, ohne das Dashboard zu überladen. Das Premium-Modell lohnt sich, wenn du auf mehrere Cloud-Ziele gleichzeitig sichern willst.
Methode 4: Backup über das Hosting-Panel
Netcup, Hetzner, Strato, All-Inkl – fast alle Hoster bieten Backups im Webinterface an. Meist wird dort regelmäßig und automatisch Webspace und Datenbanken gesichert.
Praktisch, aber ein Extrakanal, kein Ersatz. Wenn es Probleme mit dem Server gibt, sind auch diese Backups unbrauchbar.
Die 3-2-1-Regel
Am besten gestaltest du dein Backup mit einer Mischung aus diesen Methoden und mit der 3-2-1-Regel: Drei Kopien deiner Daten auf zwei verschiedenen Medien, eine davon extern – das ist der Standard.
- 3 Kopien deiner Daten
- 2 verschiedene Medien (z. B. externe Festplatte + Cloud-Speicher)
- 1 Kopie extern – außerhalb deines Servers, am besten räumlich getrennt
Konkret sieht das in der Praxis so aus:
- Live-Website: Deine laufende Instanz auf dem Webserver.
- Automatische Cloud-Sicherung: WPvivid sichert deine Website täglich/wöchentlich direkt in einen Cloud-Speicher (z. B. Google Drive oder Hetzner Storage Box). Das schützt dich, wenn der Webserver ausfällt.
- Räumlich getrenntes Zweit-Backup: Einmal pro Woche sichert ein lokales Skript oder ein manuelle Export die Daten auf deine externe Festplatte zu Hause oder auf einen unabhängigen Backup-Server.
Tipp: Ein zusätzliches Backup, das das Plugin direkt auf deinem Webspace ablegt, ist zwar super für eine schnelle 1-Klick-Wiederherstellung im Alltag – zählt aber wegen des gleichen Speichermediums nicht als vollwertiges Backup im Sinne der 3-2-1-Regel.
FAQ – Häufige Fragen zum WordPress-Backup
Wie oft sollte ich ein Backup machen?
Das hängt davon ab, wie oft sich was ändert. Bei regelmäßigen Beiträgen täglich, im Pflege-Modus reicht wöchentlich. Wichtiger als der perfekte Rhythmus ist: überhaupt und regelmäßig.
Reicht ein einzelnes Backup aus?
Nein. Eins ist keins. Erst mehrere Versionen über einen gewissen Zeitraum geben dir Sicherheit. Falls ein Hacker-Angriff oder ein Defekt erst Tage später auffällt, greifst du auf eine ältere, saubere Version zurück.
Kann ich automatisch in die Cloud sichern?
Ja. Viele Plugins unterstützen Google Drive, Dropbox und Amazon S3 direkt. Einmal eingerichtet läuft alles automatisch – mit Benachrichtigung, falls ein Backup fehlschlägt.
Wie lange dauert die Wiederherstellung?
Mit WPvivid: 5–15 Minuten. Backup auswählen, auf »Wiederherstellen« klicken, fertig. Manuell per FTP und phpMyAdmin: 30–60 Minuten, je nach Seitengröße.
